Eigentlich könnte man meinen, dass es bereits genug Streamingdienste in Deutschland gibt. Tatsächlich scheinen diese jedoch erst der Anfang zu sein – denn allein in diesem Jahr starten noch zahlreiche weitere Anbieter. Welche das genau sind und ob sie eine ernsthafte Chance haben, Netflix & Co Konkurrenz zu machen, erfährst du hier.

Neue Streamingdienste 2019

Wer bislang einen Film oder eine Serie anschauen wollte, profitierte vor allem bei Netflix und Amazon Prime Video durch eine breit gefächerte Auswahl an Inhalten. Dies könnte sich allerdings schon bald ändern: Immer mehr Filmstudios planen ihre eigenen Streamingdienste, um sich auf diese Weise ein noch größeres Stück vom Gewinnkuchen abschneiden zu können.

Für den Zuschauer sind die mittlerweile aus dem Boden schießenden Streamingdienste jedoch vor allem unübersichtlich – denn wer will sich schon Accounts bei zig verschiedenen Diensten anlegen, nur um auch wirklich alles sehen zu können? Auf einen Versuch wollen es diverse Anbieter aber dennoch ankommen lassen, denn die folgenden Streamingdienste möchten bereits in naher Zukunft in direkte Konkurrenz mit Netflix, Amazon Video & Co treten.

Apple TV+

Für gewöhnlich ist Apple in vielen Bereichen der Vorreiter der Branche. Auf den neuen Streamingdienst Apple+ trifft dies allerdings nicht zu: Er kommt gefühlt drei Jahre zu spät. Unter dem Namen Apple+ wird das neue Angebot im Herbst dieses Jahres an den Start gehen und diverse selbstproduzierte Serien anbieten – für die bereits zahlreiche bekannte Gesichter wie Jennifer Aniston, Reese Witherspoon, Steve Carell oder Oprah Winfrey gewonnen werden konnten.

Für Kritik sorgte Apple allerdings bereits durch die Ankündigung, ausschließlich familienfreundliche Inhalte anbieten zu wollen – Inhalte ab 16 oder gar 18 Jahren soll es in der heilen Apple-Welt offenbar nicht geben. Darüber hinaus ist noch nicht ganz klar, ob Apple ausschließlich eigene Formate anbietet, oder auch Inhalte von anderen Produktionsstudios zur Verfügung stellt.

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Disney+

Ein wirklich spannender Streamingdienst, der noch in diesem Jahr starten wird, ist Disney+. Für einen Kampfpreis von nur 7 Euro pro Monat sollen hier nicht nur sämtliche Klassiker aus dem Hause Disney, sondern darüber hinaus auch zahlreiche exklusive Eigenproduktionen zu sehen sein – darunter beispielsweise eine Realverfilmung des Zeichentrickfilms „Susi & Strolch“ oder eine Neuauflage der kultigen Classic Cartoons mit Ahörnchen und Behörnchen.

Da Disney+ darüber hinaus auch die Marken Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic beinhaltet und unlängst 20th Century Fox (inklusive der Simpsons und Family Guy) übernommen hat, wird den Abonnenten hier jede Menge Unterhaltung geboten.

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Streamingdienst von Warner Bros und HBO

Auch Warner Bros möchte in Kürze einen eigenen Streamingdienst an den Start bringen – und zwar in Zusammenarbeit mit dem größten US-amerikanischen Pay-TV-Sender HBO. In den USA soll er aller Voraussicht nach Ende dieses Jahres starten, die restliche Welt soll nach und nach folgen. Zu sehen sein könnten bei diesem Streaminganbieter unter anderem beliebte Serien wie „Game of Thrones“, „Westworld“ oder „True Detective“, aber auch ältere Serien wie „Friends“ oder „The Office“, auf die Netflix dann in naher Zukunft verzichten müsste. Auch in Hinblick auf das Angebot an Filmen wäre der noch namenlose Dienst mit Produktionen wie „The Dark Knight“, „The Lego Movie“, „Justice League“ oder „Shazam!“ gut aufgestellt. Allerdings: Nachdem bekannt wurde, dass für die Nutzung des Angebots rund 17 US-Dollar pro Monat anfallen könnten, ist das Interesse beim ein oder anderen Filmfans vermutlich bereits verflogen.

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IMDB TV

IMDB kennen echte Filmfans natürlich längst als gigantische Filmdatenbank. In den USA bietet IMDB parallel dazu einen Streamingdienst an, bei dem Tausende Filme ab Abruf verfügbar sind. Dieser soll in Kürze auch innerhalb Europas an den Start gehen, einen genauen Termin für Deutschland gibt es bislang allerdings nicht. 

Echte Filmfreunde, die ihre Filme am liebsten ohne Werbeunterbrechung genießen, werden hier aber ohnehin nicht glücklich werden: Jeder Film wird von fünf bis zwölf Werbespots unterbrochen, die sich auch nicht überspringen lassen.

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Comcast

Auch der US-amerikanische TV-Gigant Comcast arbeitet derzeit fleißig an einem eigenen Streamingdienst und hat sich in Deutschland den Pay-TV-Anbieter Sky mit an Bord geholt. Mehrkosten müssen zumindest Kunden von Sky nicht befürchten, da offenbar darüber spekuliert wird, das Angebot direkt in die Sky Q-Oberfläche zu integrieren – vermutlich in Form einer App.

Interessant dürfte der noch namenlose Service vor allem für jene Menschen sein, die sich gerne US-amerikanische Unterhaltungsformate wie „Saturday Night Live“ anschauen, die hierzulande allerdings nicht im Fernsehen oder via Streaming zu sehen sind: Diese und viele andere Sendungen möchte Comcast nämlich zukünftig auf der ganzen Welt anbieten. Finanziert werden soll der recht interessant klingende Service unter anderem durch Werbeeinblendungen.

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CBS All Access

CBS All Access ist ein Premium-Bezahldienst des US-Senders CBS, der in den Vereinigten Staaten bereits gestartet ist. Hier sind u.a. die Neuauflage der Kultserie „Twilight Zone“ von Jordan Peele, aber auch „The Good Fight“ und die beliebten „Star Trek“-Serien beheimatet. Ein Start in Deutschland ist zwar in Planung, jedoch nicht in absehbarer Zeit.

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Quibi

Im Jahr 2020 soll der einzigartige Streamingdienst „Quibi“ starten, für den die Verantwortlichen die Hilfe des berühmten Regisseurs Steven Spielberg in Anspruch nehmen. Das Besondere: Der Streamingdienst richtet sich ausschließlich an Smartphone- und Tablet-Nutzer, die sich auf ihren Endgeräten kurze Serienepisoden und Filme ansehen möchten, deren Länge sich ideal zur Überbrückung der Wartezeit beim Arzt oder einer Fahrt in der U-Bahn eignet. 
Interessant ist zudem, dass sich hinter dem Dienst Jeffrey Katzenberg verbirgt, der in seiner Karriere schon Meilensteine des Zeichentrickfilms wie „Der König der Löwen“ und „Arielle, die Meerjungfrau“ produziert hat.

→ Homepage von Quibi